beim betasten des narbengewebes

 

beim betasten des narbengewebes ein nach-

geschmack von kammerflimmern, häuse-

recken gefallen vor den lattenzäunen,

auf stelzen tausendfüßler, aus-

flüchte aus dem streufeuer

in litfassrotunden maybe

black holes in form-

aldehyd ihr ab-

tropf-

gewicht in den wei-

denwimpern die schwerkraft

aus den angeln. aeroplane, slow-

motion-kometen, blecherne streif-

schüsse, getackert an die mondtang-

enten. hütten  mit eingeschoss-

enen augen in quadrat-

schädeln, torsolose

grinsekatzen in den

zahnlücken tan-

gene speichel-

fäden, eben-

falls abfall-

end

 

 

[beim betasten des narbengewebes, in: trashpool Nr. 4 (2013)]

 

 

 

 

elefant

 

den körperkasten tragen platinbeine

gehorsam das superschwergewicht

die welt an seinen füßen, sein gesicht

und seine augen sind alleine

 

die kiefermühlen mahlen chloroplasten

zwei fächer/flügel kühlen falten

mondlandschaften gut erhalten

zieren straßen/staub& alte lasten

 

allein die knotenstirn kennt sich:

hinter dem rüssel aufgestaut

tief eingemummt in dicke haut

ein elefantenherz und            ich

 

 

[Elefant, in: Jokers Lyrikkalender 2013]

 

 

 

 

platonisch

 

ach!

mona –

nachts lieg ich hier

bis morgens wach

im traum allein

sprichst du zu mir

ach!

mona –

du hängst nur rum dort á paris

lässt dich von jedermann beglotzen

wir sehn uns kaum, vielmehr fast nie

ich könnte kotzen

mona –

sag doch auch mal was

du sitzt nur da

und lächelst schwach

wo soll das hinführn

mona –

ach

 

 

[Platonisch, in: Roemer, Ellen (Hrsg.): Und niemand glaubt an mich?! Anthologie zum 5. Brüggener Literaturherbst. Geest-Verlag, Vechta 2014.]